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Freitag, 5. Dezember 2014

TECHNIK TIPPS für RALLYE UND OFFROAD

Nachdem euer Budget von der guten Endurobekleidung noch nicht ganz aufgefressen wurde, wollen wir nun doch etwas ins BIKE investieren. Eine Menge Umbauten kosten nur Arbeit, aber kein Geld. Mit diesen wollen wir auch beginnen.
Das Abklemmen des Kupplungshebelschalters erspart euch am nächsten Schlammloch eine Menge Ärger. Also, Stecker am Hauptkabelbaum herausziehen, abisolieren, fertig.
Im Gelände kommen selten schnellere Fahrzeuge oder Tiere von hinten. Also ist ein Rückspiegel nun wirklich nicht wichtig. Dazu kommt, dass man beim Umfallen nicht selten mit Nase, Ellenbogen o. ä. genau Richtung Spiegel fällt - Unfallgefahr! Also, Spiegel ab und sogar Gewicht gespart. Und wer trotzdem einen Rückspiegel möchte, nimmt den kleinen Klapprückspiegel von Acerbis  -gibts ebenfalls im www.DR-BIG-SHOP.de ...  ;-)
Blinkleuchten dienen in unserem dichten Verkehr dazu, den „Dosenfahrern“ mitzuteilen, dass ihr plötzlich zur Seite abhauen wollt. Das interessiert im Busch kein Wildschwein. Also, Blinker ab. Kabelenden isolieren und wieder geht weniger kaputt.
Auch im Ausland lassen sich Polizisten nicht gern für dumm verkaufen. Ein Kennzeichen sollte schon am Motorrad sein. Das riesige Teil, was uns der nette deutsche Beamte der Zulassungsstelle für viel Geld übereignet hat, ist allerdings durch seine scharfen Kanten eine erst zu nehmende Unfallquelle und wer irgendwo im Busch selbiges verloren hat, bekommt sicher bereits bei der Ausreise ein Riesenproblem. Also, Kennzeichen einscannen, halb so groß ausdrucken und einlaminieren. Dann ist alles drauf, ihr tut euch nicht weh und zur Reserve das gleiche nochmal.
Die hinteren Fußrastenträger werdet ihr wohl auch nicht brauchen, denn ein Sozius ist Offroad nicht gefragt. Besonders die Alurasten der SR 43 brechen sehr schnell und kosten zudem eine Menge Geld. Also abschrauben und die Seitenverkleidung mit einem Kabelbinder, der sich wieder öffnen lässt, fixieren.
Wer keinen Sozius hat, braucht auch keinen Seitengepäckträger. Denn das Einzige, was bei einer Rallye transportiert werden soll, ist der Fahrer. Sicherlich mag der eine oder andere sagen, dass sein Seitengepäckträger eine hervorragende Verlängerung des Tanksturzbügels darstellt. Das stimmt sicher bei kleinen Umfallern, die sonst Lackkratzer an der Verkleidung erzeugen würden. Gehts aber bei höherem Tempo doch mal zu Boden, hakt sich das Geweih ein und ihr fliegt in hohem Bogen davon - wenn ihr nicht selbst an diesem Teil hängen geblieben seid. Der Gepäckträger ist dann sicher kaputt, aber auch der Rahmen kann an den Befestigungspunkten extrem überbelastet werden.
Bügelprotektoren bieten am Lenker den Hebeln einen optimalen Schutz. Doch nicht jeder möchte so viel Geld investieren. Was tun? Zunächst kann man die Lenkerarmaturen so fixieren, dass sie bei einem groben Faustschlag verdrehen, natürlich aber nicht beim Bedienen. Bohrt man zusätzlich in die Mitte des Hebels ein ca. 4 mm starkes Loch von vorn nach hinten, wird der Hebel genau an der Stelle brechen! Und - wenn man das Loch an der richtigen Stelle gebohrt hat - bleiben noch zwei Finger breit Hebel stehen, um nach Haus zu kommen.
Der vordere Kotflügel der DR Big besteht aus zwei Kunststoffteilen und dem Gabelstabilisator. Um zu verhindern, dass sich der vordere Kotflügel mit Schlamm zusetzt, kann man das schwarze Hinterteil des Kotflügels abnehmen. Bitte nicht!! den Gabelstabilisator herausnehmen, die Gabel verdreht sich sonst bei jedem kleinen Anstoß. Bitte ebenfalls nicht den vorderen Kotflügel höher setzen, die Funktion des Gabelstabis wird beeinträchtigt (Folgen wie oben) und der Kotflügel schlägt beim vollen Einfedern der Gabel am Rahmen bzw. an der Gabelbrücke an. Den blechernen "Schlammsammler" kann man sehr gut entsorgen, wenn man sich den HRT Gabekstabilisator anbaut. Mehr Spurstabilität gibts da noch ganz nebenbei...
Wer mit wenig Handwerksarbeit noch die Schlammtauglichkeit seines Motorrades verbessern will, kann die vordere Ritzelabdeckung aufsägen, so dass das Gitter nicht mehr vorhanden ist und lediglich nach oben hin die Kette abgedeckt wird (aber nicht den Stahlbügel über dem Ritzel herausnehmen, dient der Kettenführung). Der Sinn ist, das sich nun der Schlamm nicht mehr vorn am Ritzel verklemmen kann und die Kette nicht blockiert bzw. vom Ritzel abgehoben wird. Den Kettenschutz an der Schwinge oben entweder kürzen oder ganz abnehmen. Die Kette wird dadurch auch nicht wesentlich mehr mit Schmutz belastet. Die wirklich schädliche Schmutzbelastung der Kette erfolgt, wenn Dreck auf die Innenseiten der Kette kommt und das ist auf der Rücklauf-/Unterseite der Fall.
Alle Umbauten ohne Geld erledigt und immer noch etwas übrig?
Dann wollen wir mal nach der Reihenfolge / Wichtigkeit der Umbauten vorgehen.
Im Gelände benötigt man für saubere Spurführung und ordentlich Vortrieb grobeStollenreifen. Grob beginnt ab Michelin T 63, Conti TKC 80, Metzeler Karoo. Unser Lieblingsreifen ist der Pirelli MT21. In dieser Kombination für Staße UND Gelände unschlagbar, dazu eine sehr gute Kilometerleistung. Nachteil für BIG Fahrer: Hinten nur in 130-90-17" erhältlich, muss also per Einzelabnahme eingetragen werden. Ich meine das lohnt sich! 
Bei reinen Geländeeinsatz wird wohl kaum jemand nach der Straßenzulassung fragen, also sind auch Crossreifen eine Option.
Verstärkte Motocross-Schläuche schützen nicht vor bösen Nägeln, bieten aber erheblich mehr Durchschlagssicherheit und sind daher sehr zu empfehlen. Die Rändelmutter am Ventil sollte übrigens niemals mit der Felge, sondern mit der Ventilkappe verkontert werden. Das hat den Vorteil, dass sich bei leichtem Luftverlust das Ventil zunächst schief zieht und nicht gleich abreisst.
Ganz ohne Luft geht es auch, mit sogenannten Mousse. Das sind Schaumgummiwülste, die einen Luftdruck von ca. 1,3 bar simulieren. Der Preis (ca. 100,- Euro je Stück) und ihre begrenzte Haltbarkeit (ca 6 Monate oder ca. 3tkm) wird sicher zum Nachdenken anregen.
Wer im Gelände mit niedrigem Luftdruck oder gar mit Mousse fährt, benötigt sog. Reifenhalter, um ein Verdrehen des Reifens auf der Felge zu verhindern. Der Reifenhalter ist eine Klemme, die von innen den Reifen gegen das Felgenhorn klemmt. Er wird durch ein Ventilloch fixiert. Wer keine Vorbereitung für Reifenhalter hat, kann ohne Probleme gegenüber dem Ventilloch ein zweites Loch in die Felge bohren. Möglichst aber nicht direkt auf der Schweißnaht, dann lieber einen Speichenabstand daneben gehen.
Wenn beim ersten Umfaller gleich der originale Lenker auf „halb acht“ steht, erinnert sich man wieder daran, dass Suzuki hier und da gespart hat. Bitte macht also nicht das Gleiche und nehmt einen Blliglenker aus dem Zubehör. Meine Empfehlung ist der Renthal oder gar der Magura X-Line. Diese haben bei mir schon einige schlimme Stürze unbeschadet überstanden.
Bügelprotektoren am Lenker bieten, wie bereits erwähnt einen hervoragenden Schutz bei Stüzen. Dabei ist aber auch wieder einiges zu beachten. Billig-Nachrüstteile sind m.E. viel zu weich oder gar zu spröde und helfen nicht wirklich. An Acerbis kommt man da kaum vorbei... Die Halter der Protektoren sollten keinesfalls aus Kunststoff sein, der hält nämlich gar nichts aus! Zwischen Protektor und Hebel sollte ein Abstand von min 10 mm sein, den auch die unkaputtbaren Bügel geben etwas nach!
Wer den ganzen Tag auf sich gestellt unterwegs ist, sollte zumindest soviel Werkzeug dabei haben, wie er selbst (oder Mitfahrende gute Freunde) zu benutzen in der Lage ist. Das probiert man übrigens schon mal vorher in Ruhe zuhause aus..dabei auch gleich die Qualität desselben!
Ihr solltet wenigstens zum nach Hause kommen dabeihaben:
-Kerzenschlüssel und Zündkerze 
(nur Kerze hilft genauso wenig wie nur Schlüssel - das gilt auch für andere Dinge - immer zu Ende denken!)
-Ersatzschlauch 21er (passt vorn UND notfalls auch hinten!) und 2-3 Montierhebel, entsprechende Achsschlüssel
-Rolle Elektro- und Bindedraht, Tape
-Sicherungen
-Werkzeug zum Richten von Lenker , Gabelbrücke , Armaturen und für die Antriebskette
-Kettenreparaturkram: 2-3 Clipschlösser + Innenglieder, Kettentrenner,
-Nagel- bzw. Diamantfeile zum vorarbeiten der Kettenniete für den Kettentrenner, der sich sonst schon mal an einer DID-Kette die Zähne ausbeisst..
-Kupplungs- (wichtig, ohne Kupplung geht nix!) evtl. auch Bremshebel
-Züge doppelt verlegen (hier wieder Kupplungszug wichtig!)
-Schalthebel
Umbauten am Fahrwerk sollen ja Tempo und mehr Offroadtauglichkeit bringen, doch wie geht man vor?
Mit progressiven Gabelfedern, frischem Öl und intakten Simmeringen werdet Ihr die DR BIG Telegabel kaum wiedererkennen, Federweg hat sie ja von Haus aus genug!
Das hintere Federbein ist meist zu weich. Ist der Dämpfer noch ok, reicht sogar schon eine härtere Feder. Für Ambitionierte steht der Austausch desselben an...beraten lassen!
Diese Fahrwerkskomponenten also als erstes überprüfen, evtl. austauschen. Gabelverlängerungen oder Federbeinerhöhungen von Götz etc. NICHT verwenden! Die Stabilität ist dann nicht mehr gegeben!!
Zum Thema Navigation und Navi-Instrumente gibt es Infos in Suhl - z.B. bei einem Endurotraining oder Navigationstraining und besonders auch bei den DR OFFROAD DAYS , DER Vorbereitungsveranstaltung für jede Rallye! Die Bauteile, welche hier im Text erwähnt sind, gibts natürlich auch alle im www.DR-BIG-shop.de !
Sollten nun immer noch Fragen offen sein, meldet euch einfach bei mir. Nicht gleich wild draufloskaufen / bauen! Sind es viele Fragen, nehmt bitte !! das Telefon.

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